Kulturerbe

Sakrale Denkmäler

Kathedrale des Hl. Jakob

Die Kathedrale des Hl. Jakob in Šibenik, welche mehr als 100 Jahre lang gebaut wurde, ist Zeugnis der Hartnäckigkeit, des Verzichtes und des Glaubens mehrerer Generationen der Bürger von Šibenik. Sie ist anhand Vielem besonders, nicht nur im kroatischen, sondern auch im europäischen Bauwesen: sie ist zur Gänze aus Stein gebaut. Sie ist aufgrund der gewagten Konstruktionsmontagen steinerner Platten und Rippen und zwar ohne Nutzung von jeglichem Bindematerial besonders. Sie ist auch mit ihrer Fassade in Form eines Dreiblattes, aber auch anhand der Harmonie der Architektur und der Reihe von 71 realistischen Porträts an den Apsiden unter den Renaissancekirchen einzigartig.
 
Dokumente aus der Zeit des Baus der Kathedrale zeugen vom Beitrag der ganzen Gemeinschaft bei deren Errichtung, aber auch vieler einzelner Personen, unter welchen die Zahl der heimischen Steinmetzer, Baumeister und Handwerker am größten ist. Der bekannteste von ihnen ist Juraj Matejev Dalmatinac, aus Zadar, der mit Šibenik 1441 einen Vertrag unterzeichnete durch welchen er die Pflichten des Promeisters der Kathedrale von Šibenik übernahm. Die Kathedrale, zusammen mit dem Renaissance Rathaus, sowie den umliegenden Kirchen, Palästen und dem Fürstenhof, in dem sich heute das Museum der Gespanschaft befindet, formen zusammen den sicherlich schönsten Stadtplatz des kroatischen urbanistischen Erbes.  
Im Winter ist die Kathedrale jeden Tag von 08:30 – 12:00 h, sowie von 16:00 – bis 20:00 h, und im Sommer den ganzen Tag von 08:30 – 20:00 h geöffnet. 
Preis der Eintrittskarte: 15,00 kuna 
Messen: täglich um 09:30, 11:00 und 18:00 h. 

Kirchen und Kloster 

Nur wenige Städte können sich wie Sibenik durch den Reichtum sakraler Objekte rühmen. Sibenik ist eine Stadt mit 24 Kirchen, von welchen 12 Kirchen im Dienst Gottes stehen und sechs Kirchen haben heute eine andere Funktion; Hl. Barbara – Museum sakraler Kunstwerke, Hl. Gregor – ständige Aufstellung der Werke von Juraj Dalmatinac, Hl. Krsevan – Galerierau, Hl. Katarina – Wohnraum, Allerheiligen – erster Museumsraum 1925, Hl. Michael – bis 1995 Atelier des verstorbenen Holzschnitzers Ante Belamarić. Außer den 24 Kirchen haben die Einwohner von Sibenik in zehn Jahrhunderten auch sechs Kloster (3 Männer- und 3 Frauenkloster) gebaut. 

Kirche der Hl. Barbara

Die Kirche der Hl. Barbara ist ein Denkmal der gotischen Baukunst. Die Kirche ist ein einschiffiges Bauwerk, dessen Bau um das Jahr 1400 begonnen hat. Über dem Haupteingang erhebt sich eine gotische Nische, in der sich die Skulptur des Hl. Nikolaus – ein Werk des italienischen Meisters Bonin aus Mailand - befindet. An der Nordwand der Kirche ist ein gotisches Fenster, in dessen unterem Teil sich ein Bildhauer Werk befindet, das der šibeniker Arzt Marko im Jahr 1419 als Gelübdegeschenk anfertigen ließ. Dies ist ein einzigartiges Beispiel einer mittelalterlichen Reliefdarstellung eines Arztes auf der östlichen Adriaküste. 
 
Heute befindet sich in der Kirche der Hl. Barbara ein kleines Kirchenmuseum, in dem die wertvollsten Kunstwerke aus dem Zeitraum zwischen dem 14. – 17. Jh. ausgestellt sind. 

Kirche des Hl. Johannes

Die Kirche des Hl. Johannes ist ein Gebäude aus der Gotik-Renaissance, das im 15. Jahrhundert unter dem Namen “Kirche der Hl. Dreieinigkeit” errichtet wurde. Die Treppen an der Südseite der Kirche sind das Werk des berühmten šibeniker Baumeisters Ivan Pribislavić und sind von einem Basrelief verziert. Am Fuße des Glockenturms befindet sich ein Renaissancefenster, das Werk von Nikola Firentinac, und über dem Fenster ist ein Relief mit einem Lamm unter dem ein Engel mit ausgebreiteten Flügeln steht. Die Reliefs stellen Meisterwerke der dalmatinischen mittelalterlichen Baukunst dar. Auch der Glockenturm ist sehr interessant, denn in ihm befindet sich eine türkische Uhr mit einem Zeiger, die aus Drniš angeliefert wurde nachdem sich die Türken im 18. Jh. völlig zurückgezogen haben. Die Kuppel des Glockenturms wurde 1862 nach einem starken Erdbeben entfernt. 

Kirche des Hl. Krsevan

Die Kirche des Hl. Krsevan ist das älteste erhaltene sakrale Objekt, welches aus dem 12. Jh. datiert. Sie wurde im romantischen Stil gebaut. Bis zum II. Weltkrieg diente sie zur Gotteshuldigung und in der Kriegszeit wurde sie stark beschädigt. Nach der Restauration ist sie zu einem Ausstellungsraum des Stadtmuseums geworden. Heute ist sie die Galerie des Hl. Krševan.

Kirche des Hl. Kreuzes

Die Kirche des Hl. Kreuzes wurde Anfang des 17. Jh. aus weißem gemeißeltem Stein errichtet und dominiert den Mittelteil von Dolac. Die Kirche ist mit einer großen Rosette verziert, auf der die 12 Apostel auf Medaillons eingemeißelt sind. Den Bau der Kirche hat die Bruderschaft des Hl. Markus veranlasst, denen auch die Anschaffung der Orgel 1776 zu verdanken ist. 

Kirche der Muttergottes außerhalb der Stadt

Die Kirche der Muttergottes außerhalb der Stadtwurde an der Stelle errichtet, wo sich im Mittelalter der Friedhof mit der Kirche des Hl. Kuzam und Damian (1452) befand. Nach der Gründung der Stadt Pfarre (1604) wurde mit der Restaurierung und Erweiterung der alten Kirche angefangen und 1740 wurde der Bau der neuen Steinkirche beendet. Etwas später wurde der Glockenturm errichtet, welcher durch eine kleine Brücke mit der Kirche verbunden ist. Vor und um die Kirche der Muttergottes außerhalb der Stadt befand sich der Stadtfriedhof, welcher 1828 verlassen wurde. 

Crkva sv. Duha  

Die Kirche des Hl. Geistes befindet sich im Stadtzentrum auf dem Dinko Zavorović Platz und wurde im 17. Jh. nach einem Projekt von Antun Nogulović errichtet. Die Kirche ziert eine schöne Steinfassade mit einer wunderschönen Rosette im Barockstil.  

Neue Kirche 

Die neue Kirche ist ein Renaissancetempel aus dem Übergang vom 15. ins 16. Jahrhundert. Als einer der Baumeister wird Nikola Firentinac erwähnt, dessen Werke, die Steinskulptur “Pieta” und das Relief “Die Herabnahme Christi vom Kreuze”, in den unteren Teil des Glockenturms gemeißelt sind. Die Deckengemälde in der Kirche wurden von den heimischen Meistern Modella, Sisanović und Bojković angefertigt. Die oberen Teile der Wände sind mit Freskenmalereien von Malern Sibeniks aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts verziert.  

Kirche des Hl. Nikolaus 

Die Kirche des Hl. Nikolaus ist im 17. Jh. im Barockstil errichtet worden. In ihr befinden sich neben mehreren Grabstätten auch Segelschiffmodelle, die einst Gelübde Geschenke waren. Die Vorderfront endet in einem Spindelglockenturm und die unteren Teile sind in Fenster und Portale mit einfachen Rahmen unterteilt. Im Inneren befinden sich auf Kassettenfeldern an der Decke Heiligenbilder und Portraits der Spender in Volkstrachten und Aufschriften, auf denen ihre Namen erwähnt werden. 

Kirche der Hl. Elisabeth 

Die Kirche der Hl. Elisabeth stammt aus dem 16. Jh. und befindet sich im Stadtteil Crnica. Man nimmt an, dass sich gegen Ende des letzten Jahrhunderts um die Kirche herum die Reste alter Gebäude befanden, in die sich, lt. Überlieferung, König Bela IV. auf seiner Flucht vor den Tataren und Mongolen geflüchtet hat. Nach dem II. Weltkrieg wurde die kleine Kirche völlig erneuert und ist durch ein Pastoralzentrum der Pfarre erweitert worden. Neben der Kirche der Hl. Elisabeth wurde als erstes sakrales Nachkriegsobjekt die Kirche des Hl. Leopold errichtet. 

Kirche der Mariä Himmelfahrt 

Die Kirche der Mariä Himmelfahrtwurde an der Stelle erbaut, an der die Templer im 12. Jh. ansässig waren. Ein Barockbau aus dem 17. – 18. Jahrhundert, der bis zum Beginn des 19. Jh. die katholische Kirche des Hl. Erlösers war und zum Frauenbenediktinerkloster gehörte. Im Jahre 1810 wurde diese Kirche auf Napoleons Beschluss dem orthodoxen Episkopus Benedikt Kraljević übergeben. Die Kirche besticht durch ihren barocken Glockenturm vom Beginn des 18. Jh., der das Werk des einheimischen Meisters Ivan Skok ist.  

Kirche des Hl. Gregor

Die Kirche des Hl. Gregor befindet sich in der ältesten Straße in Šibenik, der Ulica Jurja Dalmatinca, wo sich auch sein Geburtshaus befindet. In dieser kleinen Kirche mit gotischen Stilmerkmalen gibt es eine Dauerausstellung zum Thema “Juraj Dalmatinac und sein Werk außerhalb von Šibenik”. 

Kirche des Hl. Dominik 

Die Kirche des Hl. Dominik befindet sich auf der Westküste der Stadt. Bis 1910 war sie ein Renaissancebau, erhält dann aber gotische Stilmerkmale. Im Inneren der Kirche befinden sich zwei wertvolle Holzaltare, die Grabstätte des Bischofs Arrigonia von Šibenik, sowie eine Orgel, die 1818 vom Meister Gaetano Mascatelli erbaut wurde. 

Kirche und Kloster des Hl. Franz 

Die Kirche des Hl. Franz wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jh. am südöstlichsten Teil des historischen Stadtkerns errichtet. Die Kirche stellt ein weitläufiges einschiffiges gotisches Bauwerk ohne architektonisch dekorative Elemente dar. Im 15. Jahrhundert wurde auf der Nordseite die Kapelle des Hl. Kreuzes angebaut und das Presbyterium mit der Heiligenstätte wurde umgestaltet. An der Vorderfront der Kirche befindet sich der Haupteingang mit einem Steinrahmen in gotischer Form und in der Lünette sieht man Überreste von Freskomalereien aus dem 14. Jahrhundert. In der Kapelle des Hl. Kreuzes ist die Orgel untergebracht, die der berühmte Orgelbauer Petar Nakić 1762 baute. Innerhalb des architektonischen Komplexes der šibeniker Franziskaner-Konventuale befindet sich auf der Südseite der Kirche ein Kloster, das aus dem 14. Jh. datiert. Da dort über die Jahrhunderte wertvolle kultur-historische Kunstwerke gesammelt wurden, stellt das Kloster heute einen Ort dar, an dem ein Großteil des Kulturguts der Stadt untergebracht ist. Die Bibliothek des Klosters besticht durch eine Sammlung von 140 Inkunabeln und durch eine Sammlung handschriftlicher Kodexe. Hier befindet sich auch das “Gebet von Šibenik”, eines der ältesten sprachlichen und literarischen Denkmäler, das um 1375 in lateinischer Schrift niedergeschrieben wurde.  

DIE KIRCHE UND DAS KLOSTER DES HL. LAURENTIUS

Die Kirche des Hl. Laurentius wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jh. für die Bedürfnisse des Franziskanerordens erbaut. An der Vorderfront der Kirche, die in einem Giebel endet, befindet sich ein Profilportal mit einem bescheidenen barocken Architrav. Im Tympanon am Seiteneingang ist eine kleinere Skulptur des Hl. Laurentius aus dem Jahr 1720 aufgestellt. Unterhalb der Vorderfront ist in einer Vertiefung in der Nordfront eine Nische der Muttergottes von Lourdes eingerichtet. Gegenüber der Kirche befindet sich das Franziskanerkloster aus dem Jahre 1650. Das Hauptgebäude des Klosters ist der Foscolov-Palast, das schönste Beispiel für den repräsentativen Wohnbau in Šibenik aus dem 15. Jh., der Zeit der Blumengotik und des Meisters Juraj Dalmatinac.  

Der Altstadtkern

Außer durch seine zahlreichen sakralen Bauwerke, die Kathedrale, die Paläste (Rossini, Divinić, Gotischer Palast, Pellegrini u.a.), die Portale u.a. besticht der Altstadtkern von Šibenik durch die Schönheit des zentralen Stadtplatzes (Platz der Republik Kroatien) mit dem Rathaus und dem Fürstenpalast...

ZENTRALER STADTPLATZ –TRG REPUBLIKE HRVATSKE (PLATZ DER REPUBLIK KROATIEN) Der zentrale Stadtplatz ist lange Zeit PLATHEA COMUNIS genannt worden, später dann GOSPODSKI TRG (herrschaftlicher Platz). Šibenik hat eben auf diesem Platz im Jahre 1750 sein erstes Kaffeehaus bekommen. Jahrhunderte lang war dieser Platz der Mittelpunkt des öffentlichen und gesellschaftlichen mittelalterlichen Lebens. Zur Zeit der Angriffe der venezianischen Armee 1378) war er auch Schauplatz der blutigen Kämpfe der Šibeniker. Um den Platz herum befinden sich die repräsentativsten Objekte des šibeniker Bauwesens: die Kathedrale, das Rathaus, die kleine Loggia, der Fürsten- und Bischofspalast, sowie eine Ansammlung von steinernen Patrizierpalästen.
Sehr interessant ist der Platz mit den vier Brunnen im alten Stadtkern, der 1451 erbaut wurde. Da die Stadt während der venezianischen Herrschaft an Wassermangel litt, haben eben diese Herrscher dem Stadtfürsten angeordnet, mit dem Bau einer Zisterne anzufangen. So bekam Šibenik seine Zisterne, die vier Brunnen, die viereinhalb Jahrhunderte lang die Stadtbevölkerung mit Wasser versorgten.
Das Rathaus befindet sich auf dem zentralen Stadtplatz (Platz der Republik Kroatien), dem einstigen Plathei communis. Dies ist ein sehr harmonisches und durchstrahltes Renaissancebauwerk, das zwischen 1533 - 1536 errichtet wurde. Das Erdgeschoss beinhaltet eine Vorhalle in halbkreisförmigen Bögen, die sich auf zehn Bögen stützen, von wo aus man die einstigen Büros der Kommunalverwaltung betrat. Im ersten Stock befindet sich die repräsentative Halle, in der die Stadtratssitzungen abgehalten wurden. Im Dezember 1943 wurde das Rathaus während der Luftbombardierung durch die Alliierten völlig zerstört und nach dem Krieg in seiner ursprünglichen Form und in seinem ursprünglichen Aussehen restauriert. Die inneren Räumlichkeiten wurden im Einklang mit den Bedürfnissen ihrer neuen Funktion organisiert und ausgestattet.
Der Fürstenpalast befindet sich im Altstadtkern an der Küste Es sind zwei Flügel dieses einst viel größeren Gebäudes erhalten, in dem der höchste Repräsentant der venezianischen Kommunalregierung – der Stadtfürst und Kapitän - sein Amt ausübte und wohnte. In der Mitte des südlichen Flügels ist ein gotischer Durchgang mit dem Stadttor. Am westlichen Flügel, der in Richtung Kathedralen Sakristei blickt, befinden sich zwei Türen mit einfachen Steinrahmen. Im Jahr 1975 wurde die Renovierung des Fürstenpalastes abgeschlossen und übernahm die Funktion des Stadtmuseums von Šibenik.
Der Bischofspalast ist auf der Meerseite an die Kathedrale des Hl. Jakob angelehnt. Er ein Gebäude der Gotik-Renaissance aus der zweiten Hälfte des 15. Jh. Durch zahlreiche Eingriffe ging das ursprüngliche Aussehen, woran uns die erhaltenen Elemente an der Vorderfront und im Hof (Teil der Arkaden, das Portal, das Triforium mit der Steinskulptur) noch erinnern, verloren. Neben dem Bischofspalast ist auch das alte Meerestor, der Eingang zur Stadt von der Küste aus, erhalten.