Ein denkmal fur mucheln



Eine schwarze Muschel kennzeichnete eine Stadt und eine Bucht und ist heute mit Sicherheit ein Teil seines gastronomischen Angebots. Die Rede ist von Šibenik, der Šibenik-Bucht und von Muscheln.
Miesmuscheln - pidoća, dagnja, mušula, pizdica... und all die anderen Bezeichnungen nördlich oder südlich von Šibenik, doch in Šibenik selbst sind Muscheln nicht nur ein Lebensmittel. Miesmuscheln sind lange Zeit ein wesentlicher Bestandteil des Lebens am Meer in Šibenik gewesen, weil jedes Baden auf den Stränden der gegenüberliegenden Jadrija oder dem Kanal des Heiligen Anton, bis zum Ende der 70-er Jahre, auch das Tauchen, die Suche nach Miesmuscheln und das Glück, wenn du mit einem vollen Säckchen nach Hause kamst, beinhaltete.
Die südwestlichen Strände von Zlarin und Lupac waren ebenfalls eine wahre Goldmiene, für diese einfache und doch unwiderstehliche Meeresfrucht. Auf Lupac – einem Inselchen zwischen Zlarin und Prvić – muss man nicht einmal tauchen, da die Küsten seicht sind. Es genügte bis zu den Knien ins Meer zu steigen, sich bis zu den Ellbogen nass zu machen und sie rauszuholen, eine nach der anderen... und nach Hause zu kommen mit einer leckeren Mahlzeit und einem roten, von der Sonne verbrannten, Rücken...
Die Tatsache, dass Miesmuscheln dreimal, ja sogar bis zu fünfmal schneller in Šibeniks Meer wachsen, haben viele Züchter ausgenutzt, so befinden sich viele Pergolare (Seile zur Zucht von Muscheln) der Šibenik Brücke entgegen und weiter dem Canyon entlang nach Prukljan. Als Šibenik noch keinen Kollektor für Abwässer hatte, starb die Tradition des „Wildmuschelfangs“ fast aus, doch sie wurden immer als Köder benutzt. Es gibt nämlich keinen besseren Köder als frische, achtsam geputzte Miesmuscheln (so dass der Muskel nicht reißt!). Doch seitdem das Meer im Hafen und im Kanal des Heiligen Anton wieder sauber ist, werden die „Wilden“ langsam wieder gesammelt.
Einer der wahren Kenner jedes Zentimeters der Meereswelt im Kanal und im Hafen ist der akademische Bildhauer Aleksandar Guberina – ein leidenschaftlicher Fischer mit Speer und Licht. – Seitdem der Kollektor wieder in Funktion ist, haben sie sich erstaunlich vermehrt! Vor kurzer Zeit bekam ich ein Säckchen „Wilder“ geschenkt – sie waren fantastisch!
Interessant war Aleksanders Antwort auf die Frage, wie er die Muscheln zubereite.
- Nach „buzara“ Art natürlich ( Sauce aus Weißwein, Olivenöl, Tomaten, Knoblauch)! Man kocht sie, würzt sie ein wenig, Silva bereitet dann die Soße zu! Und ich esse sie nur zu gerne!
„Würzt sie ein wenig“ ist also das einzige wahre Rezept für Muscheln nach „buzara“ Art. Von Gewürzen nutzen einige Tomatenmark, die anderen Lorbeerblätter, andere dann wieder Pfefferoni, andere gar nichts davon... doch sie alle verwenden – Wein!
Es gibt da eine besondere Spezialität in Šibenik: Muscheln vom Blech. Dazu muss man ein dickes Eisenblech finden, es auf den Herd legen und auf dem heißen Blech die Muscheln braten. Ja, es lohnt sich dies zu kosten!
Diesen Sommer bereitete ich die „buzara“ so zu: Zu heißem Olivenöl geben sie kleingeschnittene Zwiebel und ein wenig Petersilie hinzu – jedoch nur einen kleinen Teil der geplanten Dosis! Man darf es nicht braten, sondern muss die Muscheln sofort hinzufügen (gesäubert, geputzt, und wenn möglich ohne den „Grasstiel“...). Sobald sie anfangen sich zu öffnen, gießen Sie ein wenig Weißwein in den Topf, vielleicht auch einen oder zwei Tropfen Prosecco, um es zu versüßen und auf jeden Fall Semmelbrösel und Pfeffer. Auf keinen Fall sollte man Meeresmuscheln salzen, die aus dem Süßwasser jedoch schon.
Geben Sie gegen Ende des Kochvorgangs noch die restliche Petersilie und Zwiebeln hinzu – nur um den Geschmack ein wenig aufzufrischen.
Diesen Sommer fand sich auf meiner Terrasse einem glücklichen Zufall zu verdanken, ein alter Herr wieder, ein reicher Amerikaner, griechischer Abstammung, dessen Jacht im Hafen verankert war. Er und seine Frau Mercedes essen nur in Restaurants. Ich werde nie vergessen mit welchem Genuss Jani die ganze Scheibe Brot in den Muscheltopf eintauchte!
Und noch etwas: der Bildhauer Aleksandar Guberina nahm mit Begeisterung die Idee dieser Rubrik auf und entschloss sich ein Miesmuschel-Denkmal zu errichten!
In Šibenik hat sie dies auch wirklich verdient!